Helene Hegemann (Foto mit Deutschlands Super Nanny) vor wenigen Tagen noch hochgelobt für “ihren” Roman Axolotl Roadkill. Jetzt wird ihr vorgeworfen, sie habe bei Airen abgeschrieben. Airen wurde bekannt durch sein Blog Technoprosa, woraus das Buch Strobo entstand. Aus dem Buch bzw. dem Blog soll sie längere Passagen fast wörtlich abgeschrieben haben, was Helene Hegemann freizügig gestand mit den Worten:
„Von mir selber ist überhaupt nichts, ich selbst bin schon nicht von mir (dieser Satz ist übrigens von Sophie Rois geklaut)“. Der Roman sei „eher regiemäßig“ entstanden. „Ich bin nur Untermieter in meinem eigenen Kopf.“ (Quelle: taz)
Daniel Haas, der für SPIEGEL ONLINE schreibt und sich nicht mit Männern in Flip Flops unterhält, vergleicht Helene Hegemann mit William S. Burroughs und dessen Werk Naked Lunch.
Ob Daniel Haas mittlerweile Flip Flops trägt oder was ihn sonst zu seinen neuesten Gedanken brachte, wissen wir nicht, aber merkwürdig kritiklos finde ich seinen heutigen Beitrag auf SPON schon. Aber die Krux der Sache hat Haas erkannt:
“Denn nur wo Hegemann draufsteht und alles von Hegemann drin ist, kann auch eine richtige Wallung herauskommen.”
Ich würde den Satz verkürzen:
“Denn nur wo Hegemann draufsteht, kann auch eine richtige Wallung herauskommen.”
Unter Wallung verstehe ich in diesem Zusammenhang ein pralles Portemonnaie. Auffällig ist doch in diesem Zusammenhang, wie unterschiedlich zwei ähnliche Bücher vom Publikum wahrgenommen werden. Airen, männlich, unauffällige Biografie findet mit seinem Werk Strobo kaum Beachtung. Helene Hegemann, keine Schönheit, aber 17 Jahre blondes Haar, mit dem Vater Carl Hegemann, der einst Chefdramaturg der Berliner Volksbühne war, erlebt im Feuilleton ihren ersten richtigen Höhepunkt.
Hat das noch was mit der Qualität der Werke zu tun? Oder geht es mehr darum, den richtigen Hype zu erhalten. Ein guter Name, wichtige Freunde und Bekannte, die mitbestimmen können, welche Bücher Erfolg in der Szene haben werden.
Die Auszüge, die ich aus beiden Büchern gelesen habe, reichten nicht aus, um ein abschließendes Urteil zu fällen. Vielleicht fällt mir ja eines Tages das eine oder das andere Buch in die Hand.
