As-sozial – asozial – Aas-sozial
23. Mai 2009 dpms | Weisheit |Wort |ÜBER ALLES
Im Rahmen einer verbalen Auseinandersetzung, die ich heute Vormittag vom Balkon aus mit einem Falschparker hatte, den ich freundlich darauf hinwies, dass er mit seinem 3er BMW zwei Parkplätze vereinnahme, kam mir ein Wortspiel zum Begriff asozial in den Sinn.
Menschen nach sozialen Engagement eingeteilt in drei Gruppen.
- Das As im sozialen Umgang mit Anderen
- Die ganz normale Assis
- Der harte Kern, die Aas-sozialen, missbrauchen in Gewinnerzielungsabsicht die Schwächen der Anderen
Mein Freund vom Vormittag war ein ganz normaler Assi, der sein Fehlverhalten weder einsehen noch abstellen wollte, mich retournierend als Penner beleidigte und aufforderte auf die Straße zu kommen. Seinem Ruf folgte ich nicht. Als echtes soziales As habe ich mich in diesem Augenblick leider auch nicht erwiesen.
Ich wünsche mir, dass ich und noch mehr Menschen soziale Asse im täglichen Umgang miteinander werden. Viele heute noch asozial lebende Menschen könnten das schaffen. Yo! Es ist leicht, sich zu überlegen, was der andere denkt und erwartet. Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, dass nicht alle das machen wollen, was einem selbst gerade vorschwebt. Stichwort: Gegenseite Rücksichtnahme.
Was Du nicht willst, das man Dir tut, füge auch keinem anderen zu.
Das Grundgesetz hat dieses kosmische Grundgesetz in Art. 2 GG zu einem Grundrecht erhoben. So die theoretische Verfassung der Bundesrepublik Deutschland.
Ich habe das Gefühl, dass leider immer mehr Menschen verwirrt sind. Nein, nicht geisteskrank. Ich meine was anderes. Verwirrt, wenn es um die eigenen Interessen geht. Verwirrt, weil viele sich selbst nicht einschätzen können, weil sie sich keine Zeit für sich selbst genommen haben. Viele Menschen wissen nicht mehr, was Glück bedeutet. Glück gibt es nicht im Media Markt oder bei Saturn zu kaufen – höchstens für kurze Zeit, aber dauerhaftes Glück erreicht kein Mensch, der Monat für Monat sein Geld für elektronische Konsumgüter ausgibt. Andererseits kann die Anschaffung eines guten Elektroherdes zu einer deutlichen und dauerhaften Verbesserung der Lebensfreude beim Kochen und in der Küche werden. Einschränkend muss ich sogleich sagen, dass ein guter Koch, der mit großer Sorgfalt seine Zutaten eingekauft hat und mit Leidenschaft auf einem uralten Herd zubereitet, besser kochen wird als jemand, der eine Packung Miraculi auf einem teuren Design-Herd von Barazza kocht.
Woraus will ich hinaus?
Schwer zu sagen. Sicher ist jedenfalls, dass diejenigen, die ganz bewusst asozial leben, indem sie die Unerfahrenheit emotional schwacher und weniger gebildeten Menschen, z.B. durch sog. Abofallen im Internet, bewusst ausnutzen, um sich zu bereichern, echte Aas-soziale sind, die vom Leben bestraft werden, weil sie kein echtes Glück mehr erleben werden. Der Timm-Thaler-Effekt tritt ein, weil ein Aas-sozialer sehr viel Zeit seines Lebens damit verbringen muss, sein schlechtes Gewissen und seine Zweifel im Zaum zu halten.
Ich habe da auch so meine Zweifel, aber es werden immer weniger…

Ja. Da muss man ja fast sagen “Bull’s Eye”!
Mir fällt auf, das jene die hier im Zentrum der Scheibe stehen genau dafür durch unsere aktuelle Art des “miteinander Zusammenlebens” auch noch belohnt werden.
Die täglichen Irritationen. Ich sehe einen Radfahrer der fast von einem PKW erfasst wird, weil dieser ihm die Vorfahrt nehmen will. Beide beleidigen sich auf üble Art und Weise. Beide hätten ein Wenig umsichtiger sein können…
Und das mit dem “sich die Zeit nehmen” ist denke ich sehr schwer zu realisieren, in einer Lebensgemeinschaft in der der Wert des Menschen nach der Höhe seiner monatlichen Bezüge bemessen wird. Denn auch das ist klar. Wer viel Geld verdient muss dafür auch viel Zeit aufwenden (selbst so selbstherrliche Leute wie der Chef der Deutschen Bank). Wenn die nur 8 Std. im Büro/bei Terminen wären, würden sie sich in eine Form der Kritik stellen, die sie an anderen gerne üben…
So ist das halt.