Filmkritiken: Ben Knopf & Stadt der Blinden
Diese Woche habe ich mir bereits drei Spielfilme angeschaut. Mein Highlight habe ich gleich zuerst am Montag gesehen: Brügge sehen… und sterben?
Benjamin Button
Vollmundig hatte ich Ende Januar über den Film Benjamin Button, den ich nur Ben Knopf nenne, bei DPMS INFO geschrieben. Gestern habe ich mir den Film in Überlänge mit einer Laufzeit von drei Stunden im Kino angeschaut. Als ich hörte, es werde eine Pause geben – die es dann zum Glück doch nicht gab – musste ich unweigerlich an die Filme Ben Hur und Titanic denken, die beiden einzigen Filme, die ich im Kino unterbrochen durch eine Pause gesehen habe. Ich fasse mich – in Anbetracht des Epos – kurz. Der Film Titanic war streckenweise genauso langatmig, kitschig und schnulzig wie Benjamin Button, aber dafür war Titanic weitaus spannender als Ben Knopf. Wenn ich den Film vierteilen könnte, würde ich mir eine Directors-Short-Cut-Version wünschen, bei der das erste und letzte Viertel des Films zusammengeschnitten sind. Die andere Hälfte des Filmes war überflüssig, langweilig und trug kaum etwas zu der guten Kurzgeschichte aus dem Jahr 1921 von Scott Fitzgerald 1921 bei. Aus einer Kurzgeschichte einen dreistündigen Film zu machen, kann nur schwerlich funktionieren. Die Springflut ganz am Ende war ebenfalls überflüssig im wahrsten Sinne des Wortes. Als das Baby die Augen schloss, hätte der Film enden wollen. Die Springflut wurde wahrscheinlich nur deshalb gezeigt, weil das Studio die Springflutgenerator noch nicht voll abgeschrieben hatte und deshalb noch einmal zum Einsatz kommen musste.
Fazit: Ein Film für Menschen, die gern über 90 Minuten Liebespärchen beim Leben und Lieben zuschauen. Wer es gern knackig, kurz und prägnant mag, sollte sich besser das Buch schnappen.
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Die Stadt der Blinden
Der Film Die Stadt der Blinden von Fernando Meirelles, der auch bei City Of God Regie führte, ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans vom Nobelpreisträger José Saramago – ein beeindruckender Film über die Blindheit. Der Film beginnt mit einer Epidemie und endet – in meinen Augen etwas zu platt – mit einem Salto Mortale, der den Zuschauer unweigerlich an das Sprichwort Im Land der Blinden ist der Einäugige König denken lässt. Der Film enthält zwei Massenvergewaltigungsszenen, die aufgrund der verschwommenen Kameraführung und vor allem wegen der Geräuschkulisse schockierend sind und traumatisierend wirken könnten. Meine Freundin ist an dieser Stelle ausgestiegen.
Für diese Woche habe ich genug cineastisches Futter gehabt. Oder hat jemand noch einen ultimativen Tipp?


Natürlich den Film des Monats: Watchmen
Ist zwar kein Sin City oder 300 aber trotzdem sehr sehenswert.