Polizei – Freund und Helfer der GEMA

Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) hat Unterstützung von einem Berliner Polizisten erhalten, der eine Antifa-Demonstration in Berlin-Lichtenberg begleitete. Der Berliner Polizist soll akribisch mit Stift und Zettel während der Demo eine Playlist erstellt und an die GEMA weitergeleitet haben, heißt es in der taz-Ausgabe vom heutigen Tage. Darauf muss die GEMA, die Ansprüche von Komponisten, Musikern und Verlegern vertritt, tätig werden und die Gebühren für die Aufführung beim Veranstalter der Antifa-Demo eintreiben.

Merkwürdig, dass sich der Polizist so gut mit dem Musikrepertoire der linken Szene auskannte.

Sebastian Lorenz, Sprecher des Bündnisses Lichtenberg gegen Rechts, erklärte gegenüber der taz, dass man in Berlin bei Demonstrationen noch nie für die Musik zahlen musste.

“Wenn die Polizei jetzt plötzlich als Handlanger der Gema in Erscheinung tritt, obwohl das definitiv nicht ihre Aufgabe ist, kann man davon ausgehen, dass es darum geht, linke Politik zu diskreditieren”.

Der Berliner Polizeipräsident, Dieter Glietsch, ließ durch seinen Pressesprecher erklären, dass der Polizist eigenständig ohne Weisung gehandelt habe.

“Unabhängig davon habe Polizeipräsident Dieter Glietsch umgehend eine Weisung an alle Dienststellen verschicken lassen, in der den Beamten untersagt wird, weiterhin Musiktitel bei Demonstrationen für die Gema zu notieren”,

heißt es in der taz.

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