Am vergangenen Wochenende funktionierte die weltweit dominierende Suchmaschine Google nicht richtig und alle berichteten darüber. Der Redakteur, der für SPIEGEL ONLINE einen kleinen Bericht schrieb, kennt vermutlich nur noch die Suchmaschine Google oder versteht das Internet nicht richtig oder ich verstehe ihn und seine folgende Schlussfolgerung nicht richtig:
“Einziger Ausweg: man musste die gewünschte Internet-Adresse per Hand in die Adressleiste des Browsers tippen – nur so ging es weiter.”
Für mich klingt es so, als wenn es nach dem Google-Ausfall für den betreffenden SPIEGEL-Autor keine Möglichkeiten mehr gab, das Internet nach relevanten Inhalten zu durchsuchen und er noch den einzigen Ausweg sah, seine Ziele direkt in den Browser einzutippen.
Ist Google das Internet? Gibt es keine anderen Suchmaschinen neben Google?
Für mich zeugt der Artikel von einer gewissen Google-Hörigkeit, die mich sehr skeptisch macht. Außerdem ist der Satz ein Schlag ins Gesicht der anderen Suchmaschinen, die Möglichkeiten im Internet bieten, über Hyperlinks gelenkt zu werden. So zu tun, als ob es nach Google nur noch die Adresszeile im Browser gibt, ist gefährlich. Passen würde neben solch einen Artikel eine Werbeanzeige für ein Seminar mit dem Titel: Sieben erfolgreiche Routen die Weltmachtstellung von Google zu umschiffen?
Immer mehr Menschen halten nämlich Inhalte im Internet für wertlos, wenn diese nicht über Google geliefert wurden. Frei nach dem Motto:
Was Google nicht findet, hat keine große Bedeutung!














































Es geht um den Artikel aber um Google und nicht um allgemeine Suchmaschinen. Und wer an dem Tag Google benutzt hat, der konnte die Suchergebnisse nicht mehr “anklicken”, sondern musste die URLs der Suchergebnisse per Hand in den Browser eingeben. In dem Satz geht es aber einzig und alleine um Google und wie man die Suchergebnisse von Google per Hand in die Adressleiste tippen musste. Es geht nicht darum, dass der Autor sonst nie die Adressleiste benutzt.
Dann verstehst Du den Redakteur besser als ich. Für mich hat sich der Redakteur mehr als missverständlich ausgedrückt. Vermutlich liegt das daran, dass Google für viele zum Synonym für das Internet geworden ist. Viele Menschen wissen gar nicht, dass man die Adresszeile nutzen kann, um direkt auf eine Webseite zu gelangen. Warum schreibt der Redakteur, dass man „die gewünschte Internet-Adresse per Hand in die Adressleiste des Browsers tippen“ muss statt von Kopieren und Einfügen zu sprechen?
Ich habe an dem Tag tatsächlich den ganzen Tag kein Google genutzt, obwohl ich fest mit dem Internet verbunden war. Ich bin mir dennoch sicher, nichts wesentliches zu übersehen, sondern im Gegenteil ganz genau zwischen den Zeilen gelesen zu haben.