Kugelmenschen, die Dritte

Über den Kugelmenschen nach Aristophanes in Platons Gastmahl (Symposion) habe ich hier und dort berichtet. Bei der Lektüre des herrlich erfrischend melancholischen Romans Kafka am Strand von Haruki Murakami bin ich von neuem auf Aristophanes aufmerksam geworden. Murakami erläutert in Kafka am Strand, dass es nach Platons Symposion früher drei Geschlechter von Menschen gab:

1. Mann-männlich
2. Weib-weiblich
3. Mann-weiblich

„Alle Menschen bestanden aus jeweils zwei Teilen. Und alle lebten unbekümmert und zufrieden. Dann freilich nahmen die Götter ein Messer und schnitten sie in zwei Hälften. Säuberlich wie Früchte. Seitdem gibt es Frauen und Männer auf der Welt, und die Menschen irren ständig auf der Suche nach ihrer anderen Hälfte durchs Leben.“
(Quelle: Kafka am Strand, Haruki Murakami, 3. deutsche Auflage)

Dass der Mensch ständig auf der Suche nach seinem Gegenpart ist, ist meiner Meinung nach für die meisten Menschen sogar deren stärkste Antriebsfeder.

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