Love is back in the air… Unter dem Motto Love is back und unter der Schirmherrschaft von McFit einem bundesweiten Fitnessstudiokette startet heute nach zwei Jahren Pause die Love Parade in Berlin. Parallel dazu gibt es auch wieder eine Fuckparade. Diesmal wieder der Initiator der Love Parade, Dr. Motte alias Matthias Roeingh, nicht auf der Love Parade, sondern auf der Fuckparade seine Abschlusskundgebung ins Ravervolk hauchen.
Wenn es meine Zeit zuläßt, knipse ich nachher noch ein paar Bilder von den Ravern am Stern.
Zur Geschichte der Love Parade
Die erste Loveparade entstand 1989 als spontane Idee einer durchfeierten Nacht zum Geburtstag Roeinghs (Dr. Motte). Unter dem Motto Friede, Freude, Eierkuchen wurde eine politische Demonstration angemeldet, die am 1. Juli 1989 etwa 150 Teilnehmer fand. Es wurden einfach ein Generator sowie eine Anlage auf einen alten VW-Bus geladen und damit über den Kudamm gezogen.
In den darauf folgenden Jahren bis 1995 fand die Parade am ersten Juliwochenende als angemeldete politische Demonstration auf dem Kurfürstendamm statt. Es verdoppelte sich hierbei jeweils die Teilnehmerzahl im Vergleich zum Vorjahr, und es beteiligten sich immer mehr Clubs und Labels mit eigenen Wagen. Sehr bald schon wurde neben der eigentlichen Parade ein Rahmenprogramm mit Raves geboten.
Mit steigenden Besucherzahlen wuchsen jedoch auch die Proteste der Anwohner und Geschäftsleute am Kurfürstendamm, und der Kudamm bot nicht mehr ausreichend Platz. 1995 waren neben der eigentlichen Paradestrecke auch sämtliche Nebenstraßen völlig überfüllt. Da die Parade inzwischen eine kulturelle Institution und ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor geworden war, wurde für 1996 nach einer Ausweichstrecke gesucht.
Eine neue Strecke wurde dann mit dem Verlauf zwischen dem Ernst-Reuter-Platz über die Siegessäule bis zum Brandenburger Tor hin auch gefunden. Es gab aber weitere Probleme mit der Loveparade. Zwar war die Parade stets eine ausnehmend friedliche Veranstaltung mit für eine Veranstaltung dieser Größenordnung fast unglaublich geringen Zahlen an Festnahmen und Verletzten. Bei den stets weniger als 100 Festnahmen handelte es sich meist um offenen Drogenhandel, bei den Verletzten handelte es sich häufig um Kreislaufzusammenbrüche wegen Drogenkonsums oder der Sommerhitze. Doch das Müllproblem, Beschädigungen des Tiergartens sowie die zunehmende Kommerzialisierung der Veranstaltung sorgten für Streit. Die Wagen hatten immer striktere behördliche Auflagen zu erfüllen.
1997 spalteten sich einige der Veranstalter von der Loveparade ab und gründeten eigene Straßen-Demonstrationen: die Hateparade und die Fuckparade. Die Gründe lagen vor allem in der Kommerzialisierung der Technobewegung, insbesondere der Parade, sowie die Schließung des Berliner Szene-Clubs “Bunker”. Die eigentliche Loveparade wuchs indessen zu einer Mega-Veranstaltung mit bis zu 1,5 Millionen Besuchern im Jahr 1999. Die Menschenmassen brachten selbst Berlin mit seiner gut ausgebauten Infrastruktur und dem Naherholungsgebiet im Berliner Tiergarten sehr in Bedrängnis und die Stimmen in der Bevölkerung, die eine Verlegung in weniger stark besiedelte Gebiete forderten, wurden im Berliner Senat mit noch stärkeren wirtschaftlichen Argumenten bekämpft, so dass letztlich die Parade unter geänderten Bedingungen immer wieder genehmigt wurde.
Seit 2001 gilt die Veranstaltung zudem nicht mehr als politische Demonstration, mit der Folge, dass die Veranstalter für die Reinigung und die Sicherheit selbst aufkommen müssen. Dies fällt den Organisatoren vor allem deswegen schwer, weil sie zum einen auf großflächige Werbung auf den Fahrzeugen verzichten wollen und zum anderen immer mehr Sponsoren auf eine Teilnahme verzichten.
Gerade die Plattenlabels sahen sich in den vergangenen Jahren wegen ihrer sinkenden Einnahmen gezwungen, ihre Beteiligung an der Loveparade abzusagen. Die Ausstattung eines Fahrzeuges mit Technik, Sicherheitskräften und Logistik für die Parade kostet ca. 50.000,– Euro. Nur die Beteiligung der Berliner Messegesellschaft hat in letzter Minute die Veranstaltung im Jahr 2003 noch ermöglicht. Im Gegenzug wurden die Raver an der Strecke von der Berliner Messe exklusiv bewirtet. Eine verstärkte Überwachung der Schwarzhändler sowie eine Einzäunung empfindlicher Grünflächen im Tiergarten ergänzte 2003 die Maßnahmen der Loveparade.
In den Jahren 2004 und 2005 gab es keine Loveparade in Berlin. Stattdessen fand 2004 eine einwöchige Sonderveranstaltung namens Love Week statt, in der mehrere Discotheken Special Events organisierten. Außerdem organisierte das Szene-Magazin Partysan am 10. Juli des Jahres unter dem Motto “Fight The Power” eine Demonstration für den Erhalt der Loveparade, die teilweise über die alte Paradenstrecke am Kurfürstendamm führte. Nach Veranstalterangaben nahmen etwa 20.000 Menschen an dieser Parade teil. 2005 fand die Loveparade wegen Sponsoring-Problemen und der Insolvenz des Veranstalters Planetcom dann ebenfalls nicht mehr statt.
Trotz dieser Widrigkeiten versuchten die Macher weiterhin, jedes Jahr eine Loveparade zu organisieren. Die Firma Planetcom GmbH beantragte im September 2005 beim AG Charlottenburg die Insolvenz, welche mangels Masse am 29. November 2005 abgelehnt wurde. Nach dem Ablauf der 14-tägigen Widerspruchsfrist gegen diesen Beschluss teilte dann auch der Pressesprecher des Senators für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, Christoph Lang, mit, dass man vorhabe, die Rahmenvereinbarung zwischen dem Senator und der Planetcom vom 19. Dezember 2002 als “obsolet/hinfällig” zu erklären. Bevor aber damit die B-parade/Berlin Dance Parade rechtliche Planungssicherheit gehabt hätte, ihre Parade am 15. Juli 2006 durchzuführen, wurde die angeschlagene Planetcom GmbH vor einer endgültigen Löschung aus dem Handelsregisterbuch mit einer Finanzspritze der Fitness-Studio-Kette “McFit” wieder auf die Beine gestellt und ist nun wieder Inhaberin der Rahmenvereinbarung. Die Anträge für 2006 wurden laut mehrerer Berliner Medien fristgerecht gestellt und die B-Parade wurde abgesagt.
(Quelle: Wikipedia)











































