YouTube hat das beklemmende Musikvideo der Künstlergruppe M.I.A. ihrer Single Born free auf ihrer Plattform gesperrt, berichtet die Süddeutsche Zeitung.
M.I.A, Born Free from ROMAIN-GAVRAS on Vimeo.
In dem Video wird Gewalt dargestellt, aber nicht verherrlicht. Rothaarige Menschen werden deportiert, in die Wüste geschickt und getötet. Die Szene erinnert an Rassenhass, den es heute noch auf allen Kontinenten dieser Erde gibt.
YouTube ist Unternehmen Google. Google kämpft für Meinungsfreiheit in China, aber zensiert selbst die Welt.
Davon kann man halten, was man will. Ich empfinde, die Zensur von M.I.A. als reine Willkür und nicht gerechtfertigt.












































Schreckliches Video (Uraltes Thema, nichts neues) wo auf keinerlei Art und Weise die Ablehnung der Gewalt dargestellt wird. Ich entdecke kein Vorschlag wie man effektiv und Gewaltfrei gegen den Fasismus vorzugehen hat.
Solche Bilder können in den gewaltbereite Köpfe motivierend und hemmschwelle herabsetzend wirken.
Wenn man solche Art von Veröffentlichungen (in der USA beispielsweise) in den Medien zurückgehalten hätte, dann wette ich das in dieses Land weniger gemordet wird.
Die Frage die sich im Kern stellt ist, ob die sogenannte grenzenloser Meinungsfreiheit abwiegt gegen die zunehmende Gewalt und das Leiden das damit verbunden ist. Man findet es doch auch nicht ok, wenn beispielsweise kleine nackte Kinder die mit Erwaschenen “Spielen” im Internet auftauchen, nur weil es Leute gibt die ihre Meinungsfreiheit sonst gefährdet sehen.
Mit der hochgelobte Meinungsfreiheit sollte man doch etwas zurückhaltende umgehen. Ich kann noch nichtmal aussern mein Nachbar ein Arschloch zu finden, weil ich sonst wegen Beleidigung angezeigt werden kann. Und das ist gut so.
Das Google in China für die “Meinungsfreiheit” kämpfen soll, hat hauptsächlich damit zu tun das sich dort ein riessenmarkt für Sie entschließen würde. Begriffe wie Meinungsfreiheit und Demokratisierung passt den natürlich gut im kram.
Alles Gute, Rud
Rud, vielen Dank für Deinen guten Kommentar, dem ich hinzufügen möchte, dass sich das Video insoweit “gelohnt” hat, als dass die Veröffentlichung des Videos dazu beigetragen hast, dass Du ein gutes Statement abgibst.
Ich finde es okay, wenn man Gewalt zeigt, solange die Staaten in dieser Welt Soldaten ausbilden und ins Gefecht schicken, um andere Menschen zu töten.
Solange es Gewalt gibt, sollte die Darstellung der Gewalt auch frei zugänglich sein, damit jeder sehen kann, wie grausam die Gesellschaft sein kann.
@Rud:
Ich finde deine Auslegung der Meinungsfreiheit etwas zu restriktiv.
Dass ich meinen Nachbarn nicht beleidigen darf ist klar, weil meine Meinungsfreiheit da aufhört, wo ich den Nachbarn verletzte, also bei seiner Ehre.
Das Video an sich verletzt aber keinen. Ich finde sogar im Gegenteil. Ich empfinde es eher als aufrüttelnd. Wobei ich natürlich nicht leugnen kann und will, dass es sehr erschütternd und provokant ist.
Man kann aber Unrecht nicht dadurch verhindern, dass man es aus der Öffentlichkeit verbannt. Ich würde sogar sagen, man soll die Menschen dafür sensibilisieren, indem man sie immer wieder daran erinnert. Begangenes (bzw. momentan geschehendes) Unrecht, sollte durchaus ins Bewusstsein der Menschen gerufen werden, denn nur so kann dagegen gekämpft werden. Ich will zwar nicht in die „Wir-Deutschen-haben-eine-besondere-Verantwortung“-Kerbe schlagen, aber es ist offensichtlich, dass das Video auf die Verfolgung einer ethnischen Gruppe anspielt.
Ich denke auch nicht, dass das Video Menschen zu Gewalt (gegen Minderheiten) motiviert. Wer für solche Motivation empfänglich ist, holt sich diese aus anderen Quellen.
Solange der Inhalt des Videos (um auf dein Beispiel mit den nackten Kindern zu kommen) nicht auf rechtswidrige Weise zu Stande kam, sehe ich keinen Problem in der Veröffentlichung, freilich unter den Gesichtspunkten des Jugendschutzes. Daher wäre es vielleicht wünschenswert gewesen, dass Youtube das Video zumindest für volljährige User zulässt.
Andererseits wäre das große Medienecho und die damit verbundene Aufmerksamkeit dann dahin gewesen. Insofern haben die Macher ihr Ziel erreicht: zu provozieren.
freiheitliche Grüße
sB
Ja, ich wollte auch noch anfügen, dass dieses Video Gewalt keinesfalls verherrlicht. Die Stimmung, die dieses Video erzeugt, ist bedrückend.
Gewaltverherrlichende Videos erzeugen vielmehr eine heldenhafte, glorifzierende Stimmung, die dem Betrachter fälschlich vermittelt, dass Gewalt etwas Gutes sei.
Aber eigentlich geht es M.I.A. um die Musik. Daher kann ich empfehlen, sich mal die Musik anzuhören, ohne auf die Bilder zu achten. Die Musik hat etwas von der Musik Prodigys.
Auch wenn jeder versteht, was Rud meint, und dem nicht grundsätzlich widersprechen möchte, ist das eine sehr gefährliche Argumentation. Damit lässt sich absolut JEDE Zensur rechtfertigen. Denn wo wollte man die Grenze ziehen? Humor, Satire, Kunst, Religion, jeder hat seine ganz eigenen Limits und Empfindlichkeiten, und jeder Wissenschaftler oder Pädagoge bewertet den Einfluss auf Jugendliche anders, offenbar abhängig vom persönlichen Hintergrund. Welche Richtlinien sollten dann maßgeblich sein, und wer sollte die Zensur ausüben bzw. überwachen?
Das genau ist auch das Problem auf Youtube.
Nicht Google oder Youtube üben Zensur, sondern die User. Es reicht oftmals völlig aus, dass ein verklemmtes oder verwirrtes Arschloch sich über irgend einen Clip beschwert, und schon wird er gesperrt. Wobei die Amis in der Regel mehr Angst vor Erotik und Nacktheit als vor Gewalt haben. Das aber ist die Diktatur und Zensur der “am lautesten Schreienden” und stets Betroffenen …
Übrigens, Dennis, sehr schön Dein neues Layout !
Genau dieser Mechanismus hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr durchgesetzt. Denn mit dem Verschwinden des klassischen Musikfernsehens und der steigenden Verbreitung des Internets wird Musik viel selektiver konsumiert. Wer schaut heute schon noch den ganzen Tag MTV? http://rockt.tv/spotlight/die-asthetik-der-gewalt/