Moralapostel aus Köln

Über den Wallpaper-Fall und Mario A. ist im Netz viel berichten worden. Stellvertretend für alle anderen sollte der Bericht bei ct sein. Man mag so oder so über den Fall denken. Doch was die Rechtsanwälte Lampmann & Behn im Zusammenhang mit dem Wallpaper-Fall von sich geben, erstaunt doch sehr. Warum wählen die Kölner Rechtsanwälte solch deutliche Worte und scheuen auch nicht davor zurück, die Arbeit des Rechtsanwalts von Mario A. öffentlich zu kritisieren?

Unter dem Titel Hornberger Schießen vor dem LG Hamburg – Neues von der Wallpaperfront veröffentlichten RAe Lampmann und Behn am 10.Novbember,

“Es wurde gar zur Spenden – zunächst direkt auf das Anwaltskonto (!) der guten Seite – aufgerufen, um die Berufung gegen die angeblich unsäglichen erstinztanzlichen Urteile des garstigen Amtsrichters anstrengen zu können. Schließlich könne es nicht sein, dass ein armer und völlig unwissender 17-Jähriger wegen einer solchen Lappalie willkürlich und mit textbausteinlastigen und daher missbräuchlichen Massenabmahnungen verfolgt werde”

und legten nur eine Woche später nach:

“Nur am Rande soll erwähnt werden, dass hier wieder einmal wie so oft schlicht unterschlagen wird, dass das unlizensierte Veröffentlichen von urheberrechtlich geschütztem Material zurecht abgemahnt wird, da dies illegal und sogar strafbar ist.

Denn den Gipfel der Dreistigkeit stellt das Bildnis des Täters Mario dar, der grinsend vor einem Computerbildschirm sitzt, auf dem doch tatsächlich schon wieder ein Lichtbild von Katie Price widerrechtlich öffentlich zugänglich gemacht wird. Da verschlägt es einem die Sprache.”

Was haben die Rechtsanwälte eigentlich mit diesem Fall zu tun? Ist man sauer, dass BJM Zypries die Rechtsverfolgungskosten für Abmahnungen zukünftig “deckeln” möchte. Sieht man den Abmahnboden unter den eigenen Füssen weggezogen. Will man der Öffentlichkeit zeigen, dass gern und gnadenlos abgemahnt wird, wenn es um Urheberrechtsverstöße geht?

Jedenfalls weiß ich jetzt, dass sich die Rechtsanwälte bei Lampmann und Behn neben ihrer Tätigkeit als Anwalt auch als Verkaufsagenten bei eBay betätigen betätigten und so natürlich voll Bescheid wissen, was hinter den Kulissen bei eBay geht. Früher waren 1-2 Rechtsanwälte aus der Kanzlei Geschäftsführer der Bela-Tech Ltd, welche wiederum als Verkaufsagent im B2B bei eBay fungierte. Die Gedschäftsführertätigkeit als Verkaufsagent wurde mittlerweile eingestellt.

Und der Pressespiegel mutet doch sehr verbraucherfreundlich orientiert an – klingt bislang nicht nach Abmahnkönige. Das wird sich aber wohl noch ändern, wenn man so weiter bloggt.

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