Musik im Park – Die Meldungen

Ich hatte neulich schon einmal von einer mehr oder weniger spontanen öffentlichen Tanzveranstaltung im Treptower Park berichtet. Am Wochenende fand erneut eine derartige Veranstaltung statt. Das Polizeiaufgebot war diesmal nicht annähernd so gewaltig wie noch vor vier Monaten, kurz vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft Deutschland 2006. Sonntag um kurz nach 17:00 Uhr erlosch die Musik, nachdem 3-4 Polizisten mit einem Verantwortlichen diskutiert hatten. Die Tanzwütigen zogen kurzerhand rund 500 Meter stadteinwärts. Die Anlage wurde wieder aufgebaut und die Menschen beschallt. Die entsprechende Pressemitteilung der Berliner Polizei liest sich wie folgt:

Musik im Park – Polizei sorgte für Ruhe

Die Polizei hat gestern Nachmittag und in der vergangenen Nacht nicht genehmigte Musikveranstaltungen in Treptow beendet. Am Nachmittag gegen 16 Uhr informierte eine Objektschutzstreife der Polizei ihre Kollegen vom zuständigen Abschnitt, dass sich im Treptower Park etwa 200 Personen als Zuschauer zu einem Konzert versammeln. Innerhalb weniger Minuten wuchs die Zahl der Feierwilligen auf etwa 450 an. Ein Verantwortlicher gab sich erst dann zu erkennen, als die eingesetzten Beamten mit der Beschlagnahme der Musikanlage drohten. Da dieser keine Genehmigung vorweisen konnte, untersagten die Polizisten die Veranstaltung. Nur widerwillig luden Helfer des Veranstalters die Anlage auf einen Lastwagen. Gegen 18 Uhr bemerkten Beamte, welche den Bereich im Auge behalten hatten, dass im Schlesischen Busch, einer Grünanlage an der Puschkinallee in Treptow, offenbar eine Ersatzveranstaltung stattfinden sollte. Auch hier griffen die Beamten ein und ließen die Musikanlage wieder abbauen.

Gegen 22 Uhr 30 wurden an gleicher Stelle etwa 100 Personen bei einem Konzert angetroffen. Nach Kontaktaufnahme mit dem Veranstalter beendete dieser seine Veranstaltung kurz nach Mitternacht. Konzertbesucher lasen den verstreuten Müll auf. Es wurden Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Grünanlagen- und das Landesimmissionsschutzgesetz gefertigt.
(Quelle: Berliner Polizei)

In der Berliner Zeitung heißt es, dass sich 450 Leute unter einem Sonnensegel versammelt hätten. Was natürlich totaler Quatsch ist. Das Sonnensegel unter dem 450 Leute Platz finden, muss erst noch genäht werden. Überhaupt war von einem Sonnensegel keine Spur. Woher die Berliner Zeitung weiß, dass sich die Menschen per Handy verabredet hätten, bleibt ebenfalls ein Rätsel. Oder fahndet die Berliner Polizei etwa im Treptower Park mittels GPS.

Party im Park endet mit Polizeieinsatz

In Treptow hat die Polizei ungenehmigte Freiluft-Partys beendet. Wie die Polizei gestern mitteilte, hatten sich am Sonntag gegen 16 Uhr im Treptower Park unter einem Sonnensegel 450 junge Leute versammelt. Sie hatten sich per Handy und SMS verabredet.
(Quelle: Berliner Zeitung)

Die Tageszeitung titulierte die Veranstaltungen als Konzert. Davon könnten die Veranstalter immerhin beim Finanzamt profitieren, wenn sie sich darauf berufen, dass für Konzerte und Tanzveranstaltungen der ermäßigte Umsatzsteuersatz gilt.

Polizei löste unangemeldete Konzerte auf

Sonnenschein und blauer Himmel: Perfekt für eine Musikparty im Park dachten sich ein paar Hobby-DJs am Sonntag und telefonierten Freunde und Bekannte für eine Spontanparty im Treptower Park zusammen. [...] Um 22.30 Uhr das gleiche Spiel noch einmal: Diesmal waren es noch 100 Leute, die an derselben Stelle zu einem Konzert versammelt waren. Am Ende wurden ein paar Anzeigen geschrieben, und die Konzertbesucher lasen den Müll auf.
(Quelle: Tageszeitung)

Merkwürdig war das Auftreten der Polizei im Schlesischen Busch. Als die Polizei eintraf, drängte man mich dazu, mit der Polizei zu sprechen. Bei den Polizisten angekommen, sah ich sorgenvoll, dass sich der größte und stärkste der Polizisten langsam seine Einsatzhandschuhe anzog. Das machte einen bedrohlichen Eindruck auf mich. Aber der Polizist sagte ganz cool, dass sie die Anlage mitnehmen würden, wenn die Musik nicht in 20 Minuten abgedreht ist. Derjenige, der die Anlage abholen komme, werde dann durch ein saftiges Bußgeld bestraft.

Und so blieb alles friedlich. Und wenn sie nicht eingeschlafen sind, dann räumen sie heute noch auf…

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