Mitleid mit Dieben

… habe ich eigentlich nicht.

“Vor allem Elstern ernähren sich im Sommer unter anderem auch von Eiern und Jungvögeln anderer Arten, indem sie deren Nester plündern.”
(Quelle: NABU)

Die kleine diebische Elster, die seit heute morgen in der Immanuelkirchstraße vor unserer Kanzlei rumhüpft, tut mir aber aufrichtig leid. Die Elster http://de.wikipedia.org/wiki/Elster kann nicht richtig weit fliegen, weil sie noch nicht flügge ist. Ein Frühstarter. Hoffentlich kommt die Elster nicht unter die Räder.

Plötzlich fällt mir auf, dass die Software, die es jedermann ermöglicht, über das Internet seine Steuerdaten an das jeweils zuständige Finanzamt zu schicken, ELSTER heißt.

“Nachtigall, ich hör dir trapsen.”

Wo ich schon gerade bei Vögeln bin, möchte ich diesen Beitrag abschließend auf die Raben aus der Gattung Corvus hinweisen.

Rabe - Corvus corax
(Quelle: images.fws.gov)

Raben sollen die intelligentesten Vögel und sogar in der Lage sein, Werkzeuge zu nutzen. Raben lassen zum Beispiel Nüsse aus großer Höhe fallen, um diese zu knacken. Raben halten sich gern in der Nähe von stark befahrenen und von Tieren frequentierten Straßen aus. Denn sie wissen, früher oder später kommt ein einfach strukturierter Vierbeiner unter die Räder eines vorbeifahrenden Kraftfahrzeugs.

“Die sehr lern- und anpassungsfähigen Raben erkannten, dass es bei Weidevieh Geburten eine Nachgeburt „abzuräumen“ gibt und dass Jungkälber beim Aufstehen Kot absetzen. Um an den nahrhaften Jungtierkot zu kommen, stören sie gezielt Jungtiere und provozieren deren Aufstehen. Solche interessanten Verhaltensweisen lernen Raben durch Beobachtung und Nachahmung, um attraktive Nahrungsquellen effektiv zu nutzen.”
(Quelle: NABU)

Die Spezies Mensch kann sicherlich auch noch vom Raben lernen. Neulich sagte ich ja bereits, dass der Mensch sich infrastrukturell an den Ameisen orientieren sollte.

Konrad Lorenz schrieb:

„Wenn ich auf einem Spaziergang in den Donauauen den sonoren Ruf des Raben höre und auf meinen antwortenden Ruf der große Vogel hoch droben am Himmel die Flügel einzieht, in sausendem Falle herniederstürzt, mit kurzem Aufbrausen abbremst und in schwereloser Zartheit auf meiner Schulter landet, so wiegt dies sämtliche zerrissene Bücher und sämtliche leergefressenen Enteneier auf, die der Rabe auf dem Gewissen hat.“
(Quelle: Konrad Lorenz: Er redete mit dem Vieh, den Vögeln und den Fischen. dtv, München 1964)

Viele weiterführende Rabenlinks halten die Seiten kolkraben.de und rabenvoegel.de bereit.

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