SCHLITZOHR

Gauner, Halunke, Schlawiner, Schlitzohr, Spitzbube oder Strolch – Verbrecher haben viele Namen. Und die meisten Namen haben eine Bedeutung. Die Wörter Halsabschneider und Schlitzohr sagen eigentlich schon alles über ihre Herkunft und Bedeutung. Der Halsabschneider dürfte ein meuchelnder Mörder sein, dessen liebste Waffe vermutlich eine Killer-Krawatte ist, eine sog. Garotte für die Westentasche.

Beim Schlitzohr handelt es sich dagegen um ein Schimpfwort für einen stigmatisierten Verbrecher.

“Das seit dem 19. Jahrhundert belegte Wort “Schlitzohr” als redensartliche Bezeichnung eines listigen und durchtriebenen Menschen ist wahrscheinlich ein sprachliches Relikt der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Praxis des Ohrschlitzens, die angeblich im Brauchtum von Handwerkern noch in jüngerer Zeit in der Weise fortbestanden haben soll, dass ausgestoßenen Mitgliedern einer Handwerkerzunft der Ohrring, der seit dem 19. Jahrhundert als Kennzeichen der Zunftzugehörigkeit belegt ist, ausgerissen wurde,”

heißt es bei Wikipedia unter Verweis auf den Titel Von Schlitzohren, Spießgesellen und heißen Eisen. Rechtliche Relikte in der Alltagssprache, erschienen in Universitas 48,10, 966.

Interessant ist auch, dass Al Capone seine Feinde durch Nase abschneiden öffentlich stigmatisiert haben soll. Stigmata scheinen heute keinen Gangster-Boss mehr zu interessieren, obwohl derartige Zeichen auch als Marken der Unterwelt bezeichnet werden könnten. Drogen-Bosse in Mexico lassen ihre Feinde heutzutage vom Suppenkoch (spanisch, El Pozolero) Santiago Meza Lopez in Säure baden, der in seinem Säurebad mindestens 300 Leichen aufgelöst haben soll.

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