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Welttag der Poesie – So wird ein (Paar) Schuhe draus!

Heute ist der von der von der United Nations Organisation (UNO) ausgerufene Tag der Poesie. Ich dachte mir, diesen Tag der Poesie nutze ich und erzähle eine wahre Begebenheit aus meinem Leben.

Vor drei Wochen ging ich zu einem Schuster, der erst noch mein Vertrauen gewinnen musste. Heute kann ich sagen, es ist der Schuster meines Vertrauens. Obwohl er fast zum Schuster des Grauens für mich geworden wäre. An dem besagten Tag brachte ich zwei Paar Schuhe in die Reparatur zum Besohlen. Eine Woche später holte ich zusammen mit meinem Sohn an einem hektischen Freitagnachmittag die Schuhe ab. Ich prüfte und untersuchte die Budapesterschuhe aus Pferdeleder und die Stiefeletten nur kurz. Zu Hause angekommen zog ich beide Paare kurz an. Alles schien in Ordnung zu sein. Die Schnürsenkel des hier in Rede stehenden Budapester Schuhs entfernte ich kurzerhand, weil diese nach der Generalüberholung noch schäbiger als vor der Reparatur aussahen. Ich nahm mir vor, in der Mittagspause neue Schnürsenkel zu kaufen. Nach sieben Mittagspausen hatte ich es endlich geschafft, mir neue Schnürbänder kaufen.

Am Abend fand ich die Zeit, die neuen Senkel einzufädeln. Beim zweiten Schuh und am letzten Loch angekommen, stellte ich fest, dass dies gar nicht mein Schuh war, an dem ich so fröhlich rumfädelte. Ich konnte es kaum glauben. Aber ich hatte zwei verschiedene Paar Schuhe in der Hand, die einander zwar sehr ähnlich waren, aber doch solide verschieden. Ich hatte keinen guten Tausch beim Schuster gemacht. Der “neue” rechte Schuh war nicht aus Pferdeleder und dazu bestimmt zwei Nummern größer als mein Exemplar. Dies beschämte mich umso mehr, weil ich zwischen der ersten und der siebten Mittagspause die “Budapester Zwillingsschuhe” bestimmt dreimal im Büro getragen hatte. Zum Bäcker und zur Post bin ich mit dem Zwillingspaar Schuhen gegangen, ohne dass ich den Irrtum bemerkt hätte. Rückblickend wird mir bewusst, dass die Blase an der rechten Ferse ein Warnhinweis war.

Heute beim Schuster klärte sich die Verwechslungsgeschichte auf und ich erhielt meinen rechtmäßigen Schuh zurück. Der andere Kunde hatte seinen Irrtum sofort bemerkt. Ich entschuldigte mich dafür, dass ich die Schuhe des anderen bereits getragen hatte. Obwohl ich mir ziemlich war, dass man mich für die Verwechslung nicht verantwortlich machen kann. Es war dem Schuster-Ehepaar auch sichtlich unangenehm, dass sie sich bei der Herausgabe der Schuhe vertan hatten. Man bot mir sofort an, die “Innereien” meiner Lieblings-Budapester-Pferdelederschuhe aufzupolieren und gratis ein neues Fersenbett einzuarbeiten, was ich dankend annahm. So stelle ich mir das Schuster-Ehepaar meines Vertrauens vor. Der Schuster, der in der DDR sein Handwerk erlernt hat, meinte noch, dass er früher in der DDR wegen der wenigen Schuhmodelle immer besonders sorgfältig darauf geachtet habe, wem er welchen Schuh aushändigte. Die Schuhvielfalt von Heute führte diesmal zu einer abwechslungsreichen Geschichte mit einem leichten Ansatz zum Aschenputtel-Märchen.

Morgen ist übrigens der Weltwassertag, zu dem Kofi Annan in einer offiziellen Pressemitteilung der UNO sagt:

Wasser ist nicht nur lebensnotwendig, es verfügt auch über eine weitgefächerte kulturelle Präsenz – eine Inspiration für Künstler, ein Schwerpunkt in der wissenschaftlichen Forschung und ein unentbehrliches Element in religiösen Praktiken vieler Traditionen und Glaubensrichtungen.

Allerdings wird Wasser trotz seiner Bedeutung und oft heiligen Natur nach wie vor auf der ganzen Welt verschwendet und verunreinigt – in Städten und auf dem Land gleichermaßen. 18 Prozent der Weltbevölkerung hat keinen Zugang zu sauberen Trinkwasser und 40 Prozent fehlt grundlegende sanitäre Einrichtungen. Jeden Tag sterben 6.000 Menschen – die meisten davon Kinder – an Wassermangel und -verunreinigungen.

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