Die Wahrheit über Snuff-Filme – Does snuff really exists?

Gestern Abend habe ich mir die mit vielen, teilweise schockierenden Filmschnipseln bestückte, aber dennoch sehenswerte britische Dokumentation Does snuff really exists? angesehen. Snuff bedeutet ins Deutsche übersetzt: jmds. Lebenslicht auslöschen,...

Gestern Abend habe ich mir die mit vielen, teilweise schockierenden Filmschnipseln bestückte, aber dennoch sehenswerte britische Dokumentation Does snuff really exists? angesehen. Snuff bedeutet ins Deutsche übersetzt:

jmds. Lebenslicht auslöschen, jmd. umbringen, wegpusten, auslöschen etc.

Unter die strenge Definition von Snuff-Filmen fallen nur solche Filme, die zeigen wie ein Mensch vor laufender Kamera getötet wird, um damit die (abartigen) Neigungen anderer Menschen zu befriedigen.

Der Film Does snuff rally exists? vollführt eine schmale Gratwanderung durch die geschickte Vermengung von Fiktion und Fakten. Anfangs werden Ausschnitte aus 80er-Jahre Klassikern gezeigt, wie z.B. Cannibal Holocaust, Faces of Death (Gesichter des Todes) oder den japanischen Klassiker Guinea Pig (Flowers of Flesh and Blood etc.), und von den Regisseuren dokumentiert. Als Charlie Sheen der zweite Teil der Reihe Guinea Pig, Flowers of Flesh and Blood, vorgeführt wurde, soll er das FBI verständigt haben, weil er dachte, es handele sich um eine reale Mordszene.

Faces of Death
hatte ich in den 80er-Jahren als Heranwachsender wahrscheinlich genau deshalb gesehen, weil er von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) indiziert worden war und dadurch der Reiz des Verbotenen von dem Werk ausging. Gestern erfuhr ich, dass viele Szenen aus Gesichter des Todes nur gestellt waren. Die Hinrichtungsszene auf dem Stromstuhl war nur eine Täuischung, die allerdings bis heute aufgrund der großen schauspielerischen Leistung des vermeintlich Getöteten und den großartigen Spezialeffekten sehr überzeugend auf den Zuschauer wirkt. Geschickte Filmemache sind heute mehr noch als früher in der Lage, Tötungsszenen so gekonnt nachzuahmen, dass selbst Experten bei der Polizei nicht mehr sicher sagen können, was echt und was mittels Spezialeffekten “nur” gestellt ist. Die Filme 8mm -Achtmillimeter oder Mute Witness (Stumme Zeugin) waren in den 90er-Jahren die Hollywoodproduktionen, die das Thema Snuff einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machten. Heute ist es der aktuelle Kinofilm Hostel.


Leider bin ich mir ziemlich sicher, dass es Menschen gibt, die viel Geld dafür ausgeben, um zu sehen, wie andere Menschen realistisch gequält und getötet werden. Seit Jahrhunderten gibt es grausame Menschen, die das Leben anderer nicht achten, sondern im Gegenteil sich daran ergötzen, andere zu quälen oder zu töten. Ein schwer nachvollziehbares Phänomen. Ein Beispiel aus der Neuzeit sind die beiden Männer, die im November 1997 in Rönsahl (ganz in der Nähe bin ich aufgewachsen) eine in Dortmund entführte Prostituierte gequält und vor laufender Kamera getötet haben, indem sie ihr Gesicht mit Panzerband komplett abklebten, so dass sie letztlich erstickte. Vorher erlebte sie ein tagelanges Martyrium. Für den von der Polizei sichergestellten Film sollten bzw. haben die beiden Täter 16.000,- US-$ erhalten. Kurz nach der Tat war ich an dem Tatort und wusste damals nur, dass dort etwas Schreckliches passiert war. Was genau dort geschehen war, ist mir erst heute durch den Film klargeworden.

Der Kannibale von Rotenburg, der mit einer Videokamera aufgenommen hat, wie er seinem Opfer den Penis abschnitt und anschließend verspeiste, wird in dem Film überhaupt nicht erwähnt, obwohl den deutschen Ermittlern umfangreiches Filmmaterial vorliegt. Die Al Quida Hinrichtungen von amerikanischen Soldaten und Zivilisten dagegen, die den Snuff-Filmen sehr nahe stehen, ihnen allerdings das sexuelle Element Moment fehlt – diese Hinrichtungen waren politisch motivierte Taten, werden in dem Film nur kurz angeschnitten.

Die Dokumentation Does snuff rally exists? Stellt abschließend noch das Phänomen Happy Slapping dar.

“Als Happy Slapping (engl. etwa für „fröhliches Dreinschlagen“) wird ein grundloser Angriff auf unbekannte Passanten bezeichnet. Der Angreifer läuft dabei z. B. auf sein Opfer zu und schlägt ihm ein- oder mehrmals ins Gesicht. Mitunter werden Opfer auch bis zur Bewusstlosigkeit zusammengeschlagen. Der Angreifer läuft danach weg, ohne sich um das Opfer zu kümmern. Üblicherweise wird der Angriff von einem weiteren Beteiligten mit einer Handy- oder Videokamera gefilmt. Die Aufnahmen werden anschließend im Internet veröffentlicht oder per Mobiltelefon verbreitet.”
(Quelle: Wikipedia)

Der Unterschied zu Snuff-Filmen liegt darin, dass Happy Slapper für mich noch weniger nachvollziehbare Motive haben, weil die Täter derart abgestumpft sind und aus Gleichgültigkeit heraus handeln. Snuff-Filme oder auch Happy Slapping sind Phänomene, die in einer ungewöhnlichen Wechslungswirkung mit der Berichterstattung in den Medien stehen. Die Frage, ob die Medien diese Phänomene durch ihre Berichterstattung fördern oder lediglich sachlich darüber berichten, läßt sich nicht pauschal beantworten.

Does snuff rally exists?

Diese Frage beantwortet der Film mit einem mehrdeutigen und wenig nachvollziehbaren “nein”, wenn man sich vergegenwärtigt, dass der o.a. Fall des Prostituiertenmordes in Rönsahl der erste Fall in Europa war, bei dem ein Mord aus Mordlust und Habgier gefilmt und dieser Film anschließend sichergestellt wurde.

Google Video hält den Dokumentarfilm Does snuff really exists? in großer Auflösung zum Abruf bereit.


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