Das kostenlose Magazin VICE GUIDE äußert sich in der aktuellen Ausgabe, die als .pdf-file abrufbar ist, bedenklich über in Berlin lebende Juden, soweit es auf Seite 38 heißt:
“Juden – Oh oh, wir haben’s gesagt. Wir haben es ausgeschrieben J-U-D-E-N. Dafür dass die meisten von ihnen umgebracht wurden, sind sie hier so ziemlich überall präsent.”
Der dritte Satz ist inhaltlich und grammatikalisch schlecht und wird mit Sicherheit noch ein Nachspiel haben. Vielleicht beabsichtigte die Redaktion von VICE negative Aufmerksamkeit als kostenlose Werbung zu erregen, nach dem Motto:
“Some people say there is no such thing as bad publicity.”













































ekelhafter antisemitismus, um das eigene wanna be “image” aufzupolieren.
“goldene steine!
ich könnte kotzen.
aber hier in deutschland und in der welt ist das salon fähig.
viele habem ressentiments gegen juden.
sündenbock style-türken und zigeuner leiden auch darunter.
unbelehrbar. ekelhaft.
gerade weil das hier in deutschalnd so ist, hat die vice das geschrieben. hast du das magazin schon mal gelesen? es ist voll von provokanten äußerungen, die als antisemtisch, rassistisch oder homophob interpretiert werden können… die wahrheit ist, dass sie das durch veralgemeinterte sarkastische äußerungen versuchen zu erreichen… etwas das nun mal nciht jeder versteht…
Ich habe schon mehrere Vices gelesen und wenn ich dieses Magazin nicht lese, habe ich nichts verpasst. Mir gefallen die Bilder sowieso viel besser. Was die nun erreichen wollen ist nunmal nicht immer genau das, was man tatsächlich erreicht. Ich vermutete deshalb, dass die Redaktion mit ihren provozierenden Äußerungen Aufmerksamkeit erreichen wollten. Das ist der Stil enes Komikers, der sich über Schwächen lustig macht.
Sinndeutung des Artikels JUDEN der Rubrik BERLIN VON A BIS Z der Veröffentlichung VICE GUIDE TO BERLIN vom 04.06.07
Das Thema der Juden in Deutschland ist leider auch heutzutage kein Normales. Weder innerhalb der jüdischen Gemeinde, noch bei der nicht-jüdischen Bevölkerung hat sich das Verhältnis soweit normalisiert, dass ein entspannter Umgang – gar eine Satire – ohne nachfolgende Erklärung und Richtigstellung möglich ist. Ein besorgniserregender Umstand. Jedoch wird das Verlangen nach einem entspannten Umgang in der Dritten Generation der Juden und Nicht-Juden zunehmend größer.
VICE bedient mit seinen Veröffentlichungen eine Zielgruppe der 19 bis 35-Jährigen und spricht damit genau die Dritte Generation an. Auch die VICE Redaktion spiegelt diese Gruppe wider und besteht aus einer Mischung verschiedener Nationalitäten, Kulturen, Religionen und Ansichten.
„Damit muss endlich einmal Schluss sein!“ Ein Satz, welcher oft der Dritten Generation vorgeworfen wird zu sagen. Ein Abschluss mit den Gräueltaten des Dritten Reiches, ein Abschluss der Schoah, ein Abschluss mit der unbequemen Vergangenheit dürfe angesichts der Verantwortung gegenüber der Geschichte und aktuell politischer, sowie sozialer Entwicklungen nicht stattfinden. VICE stimmt dem zu: Ein endgültiger Abschluss soll und darf nicht stattfinden. VICE fördert den aktiven und offenen Diskurs mit strittigen Themen. VICE schaut nicht weg, sobald es unangenehm ist, VICE schaut hin und stellt die Themen zur Diskussion.
Leider stellen wir häufig fest, dass junge Juden bisweilen befremdende Reaktionen erfahren, sobald ihre Religion und ihre persönliche Familiengeschichte in der Schoah zum Thema werden. Worte wie Jude, Holocaust oder Gaskammer werden plötzlich mit verwässerten Begriffen, wie „jüdische Mitbürger“, „damals“ oder „dort“ beschrieben – aus Furcht etwas Falsches, Beleidigendes oder Inadäquates zu sagen. Aber genau das wird damit erreicht.
Zudem ist die Diskussion zwischen den Generationen ins Stocken geraten. Geschehnisse der Schoah haben für persönlich Betroffene naturgemäß einen anderen Stellenwert, als für die Zweite oder Dritte Generation. Die Dritte Generation sieht sich einem Konflikt ausgesetzt, der bislang nicht in diesem Ausmaß existierte: Sie emanzipiert sich im Breiten von den Opfer- und Täterrollen der Großeltern. Die Zweite Generation wurde durch die jüngst vergangenen Erfahrungen im Elternhaus geprägt. Sie wurde im Schockzustand der Mütter und Väter großgezogen und waren dadurch selbst noch direkt durch die Schoah betroffen. Die Dritte Generation hingegen wurde im Kalten Krieg groß, es sind die Geschehnisse und Erfahrungen der Eltern, welche sie am meisten prägte. Die Geschichte der Schoah und familiären Tragödien wurden hingegen angenommen, akzeptiert und notwendigerweise erklärt und diskutiert. Die Schoah wurde zum Teil der Persönlichkeit und der Herkunft. Diese Unterschiede sind ein Nährboden für Miss- und Unverständnisse zwischen den Generationen. VICE spricht diese an. VICE spricht aus der Sicht der Dritten Generation, zu sehen in der umgangsprachlichen Wortwahl und ungezwungenen Herangehensweise des Themas.
Der satirische Umgang ist Folge einer anhaltenden und notwendigen Beschäftigung mit der Schoah, der das ganze Leben der jüdischen Redakteure und Redakteurinnen begleitet hat und begleiten wird. Sie wollen nicht nebenbei allen Fremden die Geschichte der Großeltern darlegen oder stets eine Meinung zum Nahost-Konflikt abgeben, um dann mitleidige Blicke zu ernten. Sie wollen ihren eigenen Umgang etablieren und als das wahrgenommen werden – individuelle Persönlichkeiten, mit individueller Geschichte.
VICE wünscht sich eine Akzeptanz der verschiedenen Umgangsmöglichkeiten und eine besseres Gespräch unter den Betroffenen aller Generationen, um eine heterogene, demokratische Gesellschaft zu formen.
Redaktion, VICE Germany
tja das wars dann wohl…nach euch die sintflut